Nr. 26,  Juni/Juli 2000
 


 

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Der Kommentar

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Selbstanzeige

diese Frühsommer-Gazette ist eine durch die Pfingstferien bedingte Doppelnummer. Die nächste Gazette erscheint also im übernächsten Monat August. Dafür enthält diese Nummer eine Besonderheit: Mitte Juni wächst ihr ein zweites Interview zu, und zwar mit Professor Dr. Horst Möller zu seiner Laudatio auf einen höchst umstrittenen Preisträger. Aus dem aktuellen Anlaß dieser Preisverleihung haben wir einen Text reanimiert, den wir allerdings lieber in seinem Mumiengrab gelassen hätten (Das faktische Prius und der kausale Nexus).
Der Kommentar bringt eine dringend notwendige Polemik gegen die liederliche Internet-Journalistik, die sich in Tages- und Wochenzeitungen ahnungslos wichtig macht.
In der Rubrik Gastkolumnen finden Sie zwei Beiträge: einen Essay von Günter Franzen, dem es schwerfällt, MRR zu kritisieren, es aber dann doch tut und zu Recht, sowie Oliver Neckers Leserbrief sui generis, "kalwa, roll over", eine Antwort auf Jürgen Kalwas "Raoul over, Beethoven" in der März- und der April-Nummer Der Gazette.
Im regulären Interview berichtet H. Stefan Bartkowiak von dem mühsamen Unterfangen, Kunstbücher und Buchkünstler und vor allem ihr Verdienst um handwerkliche Schönheit einem allgemeineren Publikum bekannt zu machen. Ohne Leidenschaft geht so etwas nicht.
Und da offenbar nur der noch etwas gilt, der ordentlich fusioniert ("the urge to merge"), hat sich nun auch der edle Suhrkamp Verlag (aber ist das auch wahr?) dazu entschlossen. Sein Überraschungspartner: die Billig-Kette Aldi.
Schließlich und mit deutlichem Stolz die technischen Neuerungen Der Gazette: bei den Leserbriefen haben uns die Experten der Factsoft AG eine minütlich aktualisierte Pageview-Statistik der letzten dreißig Tage eingerichtet undaußerdem gleich hier links eine eigene Suchmaschine, mit der sich alle (heute bereits fünfundzwanzig) zurückliegenden Nummern Der Gazette in Volltextrecherche durchsuchen lassen. Eine kurze Erläuterung dazu finden sie in der Rubrik Die Adresse.

Wie immer gehöriges Such- und Lese-Vergnügen wünscht
der Herausgeber

Das Zitat für Leser

Wir können das Paradies wohl nur im Privaten erreichen. Wenn wir das schaffen, können wir vielleicht auch die Welt verbessern.

(Carlos Fuentes, Interview)

 



Themen

Der "Fall Jacobsohn": der fast vergessene Gründer der "Schaubühne", die zur "Weltbühne" wurde.

"Fromm und feierlich, wenn wir wieder von einem Todesopfer hören": Rückblick in eine Vorkriegszeit.

Warum arbeiten Ameisen nur 18,5 Prozent ihrer Zeit?

Oskar Lafontaine macht sich schon wieder lächerlich und merkt es nicht.

Die späte Ehrung eines indonesischen Schriftstellers, der als Kämpfer für die Freiheit der Literatur immer wieder ins Gefängnis mußte.

Ich weiß, daß sie gleicherart gestorben sind. / Aber ich glaube nicht, daß sie / gleicherart tot sind.

(Miroslav Holub in Lyrik)


   
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