Nr. 26, Juni/Juli 2000
 
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Die gewöhnlichen Deutschen boomen

Nach dem überraschenden Bucherfolg Goldhagens schreibt nun auch der Historiker Eric A. Johnson, Central Michigan University, über das Dritte Reich: Er brachte soeben "Nazi Terror: The Gestapo, Jews, and Ordinary Germans" heraus. Zumindest im Titel sind also die Ingredienzien für einen Bestseller versammelt.
Das Buch dient vor allem der Widerlegung der These, die Deutschen hätten im Dritten nicht ohne Gefahr für ihr eigenes Leben gegen den Nationalsozialismus protestieren können, und im übrigen wäre sowas eh ganz sinnlos gewesen. Vermutlich, sagt Johnson, wäre das Dritte Reich auf Proteste hin zwar nicht einfach verschwunden, aber "wenn man das Schweigen gebrochen hätte, ... so hätten Millionen Juden nicht sterben müssen".
Nach Durchsicht von eintausendeinhundert Akten aus dem Rheinland legt Johnson dar, daß die "gewöhnlichen" Deutschen - solange sie keine Juden, Kommunisten, Zeugen Jehovas, Homosexuelle oder andere Menschen waren, die Hitler einfach haßte - von der Gestapo nicht viel zu befürchten hatten. Bei Verstößen wie dem Hören von "Feindsendern" oder dem Erzählen von Anti-Nazi-Witzen drückte die Gestapo diesen "gewöhnlichen Deutschen" gegenüber sogar oft ein Auge zu. Johnson sieht darin einen "faustischen Pakt": In Kleinigkeiten wurde die Bevölkerung von der Gestapo in Ruhe gelassen, solange sie nur den Mund hielt über das Unrecht im Großen.

 

Ein in der Tat verblüffender Erfolg

Nicht nur der Kenner guter Autobiographien, sondern in diesem Fall sogar der Autor selbst ist in seiner Bescheidenheit völlig überrascht vom Erfolg seiner Selbstbeschreibung: Marcel Reich-Ranicki ist "sprachlos" angesichts der Verkäufe von "Mein Leben".
Er habe, sagte er der "Welt am Sonntag", dem Verleger geraten, lieber nur fünfzigtausend Exemplare zu drucken, die Hälfte werde ohnehin liegenbleiben. Und was sagt man jetzt dazu: Bisher hat sich das Buch zehnmal so oft verkauft, mehr als fünfhunderttausendmal.
Ob mit diesem erst einmal lediglich kommerziellen Traumergebnis aber auch schon "gewisse deutsche Schriftsteller " widerlegt seien, so etwa Günter Grass, die behauptet hätten, er, MRR, könne immer nur über die Bücher anderer schreiben - diese Behauptung des Autobiographen ist u.E. noch nicht bewiesen.


Sind die Jihads am Ende?

Ein französischer Historiker, Gilles Kepel, kommt in seinem neuesten, einigermaßen umstrittenen Buch "Jihad: expansion et déclin de l'Islamisme" zu dem Ergebnis, daß die erfolgreichen Zeiten des militanten Islamismus zu Ende sind. In einem Interview mit "Newsweek" Anfang Mai legte er die Gründe für seine Auffassung dar.
Als Machthöhepunkt der islamistischen Fundamentalisten sieht er das Jahr 1989 an, als sich die Rote Armee aus Afghanistan zurückzog und der Jihad sich als siegreich verstehen konnte. Hinzu kamen die Wahlerfolge der Islamischen Heilsfront in Algerien und die Fatwa gegen Salman Rushdie. Seitdem geht es mit der Bewegung bergab.
Das Kidnapping der Touristen auf Jolo zum Beispiel ist für Kepelgerade kein Zeichen für die Macht der muslimischen Radikale, sondern im Gegenteil: ihres Niedergangs. Er stellt einen Rückgang der allgemeinen Unterstützung solcher Aktivitäten seit den siebziger und achtziger Jahren fest und damit eine zunehmende Trennung zwischen gewalttätigen und gemäßigten Gruppen. Daß die radikaleren Gruppen ihren Rückhalt in der Bevölkerung verloren haben, sieht Kepel durch das ungewöhnlich brutale Massaker von Luxor 1997 und die Brutalitäten gegen die algerische Zivilbevölkerung im Herbst desselben Jahres belegt.


Der Kandidat bleibt sich treu

George Bush jr., der Anfang November zum Präsidenten der USA gewählt werden möchte, hat sich in seinem Buch "A Charge to Keep" auch über die Todesstrafe ausgelassen. Dort ist er der festen Überzeugung, daß Verbrecher "die Folgen ihrer Tat tragen sollten ... Strafen, die eine Jury verhängt hat, sollten auch vollstreckt werden." Auch Todesstrafen, natürlich. In einem Interview meinte er neulich: "Ich bin für die Todesstrafe, denn ich glaube, daß die Todesstrafe, wenn sie sicher, schnell und zu Recht vollstreckt wird, Leben retten kann." Und zu seinem Begnadigungsrecht: "Ich habe nicht das einseitige Recht, eine Hinrichtung aufzuhalten." Gelegentlich haben sich der Vatikan und hohe ausländische Politiker für das Leben eines zum Tode Verurteilten eingesetzt - umsonst.
Bush ist Gouverneur von Texas. Texas kann unter allen Bundesstaaten der USA auf die meisten Hinrichtungen stolz sein (mit Todesspritze; 214 seit 1976; zwanzig weitere für dieses Jahr geplant); alle anderen Staaten der USA zusammen kommen daneben auf lediglich 418 Hinrichtungen. Nur dreißig Tage lang nach dem Todesurteil können in Texas neue Beweise vorgelegt werden, die zu einer Neuverhandlung führen (fairerweise muß man sagen, daß Texas damit im Mittelfeld liegt: Es gibt US-Staaten, die diese Möglichkeit nur zehn Tage lang, und andere, die sie unbefristet vorsehen). Und: Sieben von hundert in den USA Hingerichteten erweisen sich später als unschuldig.


Das Ende einer Nachrichtenagentur

United Press International, einer der großen Nachrichtenagenturen der Welt, hat künftig keine Glaubwürdigkeit mehr: Seit kurzem ist sie nämlich nicht mehr unabhängig, sondern gehört einer Firma der "Vereinigungskirche", also dem koreanischen Sektenführer Sun Myung Mun.
UPI-Chef de Borchgrave meint zwar, den Schaden noch begrenzen zu können, und verspricht weiterhin journalistische Unabhängigkeit. Aber Robert Boston von der Washingtoner Organisation "Americans for the Separation of Church and State" sieht die Lage düster: "Die Vereinigungskirche besitzt ja auch die ‘Washington Times', und wenn das nur im Ansatz ein Hinweis darauf ist, wie sie UPI führen werden, wird niemand mehr die Agentur ernst nehmen." Die "Washington Times" sei völlig zu einem Flugblatt der Rechten verkommen.


Doch keine Blasphemie

Zwei Tage dauerten in Kairo die gewalttätigen Demonstrationen der islamischen Fundis gegen Haidar Haidars Roman "Ein Bankett für Seetang". Die fanatische Menge verlangte die Verurteilung des Autors als Ketzer und eine Geldstrafe für den Verleger. Alle Exemplare des Buches sollten beschlagnahmt und öffentlich verbrannt werden.
Mitte Mai hat nun eine vom ägyptischen Kultusministerium eingesetzte literarische Regierungskommission festgestellt, daß das Buch - das im übrigen schon 1983 herauskam und jetzt nur nachgedruckt worden war - doch nicht blasphemisch sei. Immerhin.
Die Aussagen der Regierungskommission sind von erfreulicher Klarheit (und klingen nur in westlichen Ohren wie eine Selbstverständlichkeit): Der hohe künstlerische Wert des Buches sei von den Islamisten überhaupt nicht berücksichtigt worden, ein Roman dürfe niemals aus einem nichtliterarischen Blickwinkel beurteilt werden, und die Pflicht der Literatur sei es, das Leben ihrer Kritik zu unterziehen und das ästhetische Bewußtsein zu schärfen. Auch im Parlament verteidigte der Kulturminister Farouk Hosni die literarische Freiheit: Die Kampagne gegen das Buch, sagte er, sei ausschließlich politisch motiviert.
Nach zahlreichen Buch-Verboten in Kairo, die immer aus angeblich religiösen Gründen erfolgten, ist diese Stellungnahme ein hoffnungsvolles Zeichen.


Doch kein Buch über JFK jr.

Richard Blow wollte eigentlich gern ein Buch über den verstorbenen John F. Kennedy jr. (Foto) schreiben. Er hatte sogar schon eine Vereinbarung mit Little, Brown und Company, einem New Yorker Verlag. Es sollte, sagte die Verlegerin Sarah Chrichton, ein "äußerst warmherzigers und menschliches Porträt von John Kennedy als Erwachsenem " werden. Aber dann passierte etwas Dummes.
Der Autor war nämlich früher bei einem politischen Magazin angestellt, das JFK jr. gehörte, und dieses Magazin ließ ihn bei seinem Ausscheiden eine Schweigeverpflichtung unterschreiben. Die Freunde der Kennedy-Familie sahen das Buchvorhaben natürlich als "Verrat" an, und Blows Kollegen in der Redaktion des Magazins warfen ihm "Doppelmoral" vor, da er ihnen seinerseits verboten hatte, irgendwo auch nur eine Zeile über den Verstorbenen zu schreiben.
In dieser verfahrenen Lage, sagte die Verlegerin, blieb nichts anderes übrig, als die Verlags- Vereinbarung mit Blow rückgängig zu machen.
Der Autor bietet das Buchprojekt jetzt anderen Verlagen an und rechnet sich aus, daß der ganze Streit das Interesse an seiner Person nur erhöht.
Er wird recht behalten.


Japanische Briefe

Die literarische Welt weiß nicht nur, daß der berühmte Romancier Jukio Mischima ("Geständnis einer Maske") 1970 durch rituellen Selbstmord starb, sondern auch von seiner Homosexualität. Sein Biograph Henry Scott-Stokes vermutet allein in Tokio noch mindestens hundert lebende Liebhaber des Schriftstellers, denen Mischima gern und häufig Briefe schrieb. Mischimas Witwe war darum bemüht, keinen dieser Briefe jemals veröffentlicht zu sehen, obwohl persönliche Briefe in Japan nicht dem Urheberrecht unterliegen. Und erst hier beginnt die eigentliche Nachricht.
Vor zwei Jahre veröffentlichte Jiro Fukuschima seine Mischima-Biographie und publizierte darin fünfzehn private Briefe des Romanciers. Sofort traten Mischimas Kinder auf den Plan und behaupteten, sie besäßen testamentarisch die Veröffentlichungsrechte an den Briefen ihres Vaters, obwohl in Japan ... siehe oben. Überraschenderweise gab das Gericht ihnen im Oktober 1999 Recht.
Ende Mai bestätigte das Oberste Gericht in Tokio das Urteil und verbot dem Verlag und dem Autor den weiteren Verkauf und alle sonstige Verbreitung der Biographie. Das Buch war - ganz ohne die juristische Auseinandersetzung - ein Bestseller und hatte sich bereits in den ersten zehn Tagen nach Erscheinen neunzigtausendmal verkauft. Daher kam zum Verbot der künftigen Weiterverbreitung auch noch eine Geldstrafe von knapp hunderttausend Mark wegen Verletzung des Urheberrechts. Richter Kazuaki Yamaschita sagte dazu: "Die Briefe wurden ohne die Erwartung geschrieben, daß sie veröffentlicht würden, weshalb sich ein derartige Handlung gegen Mischima eigenen Willen richtet."
Zu dem Urteil paßt nun ganz und gar nicht, daß dieselben Mischima-Kinder der erstmaligen Publikation von zweihundert anderen Briefen ihres Vaters an Donald Keene, emeritierten Professor an der Columbia University, ihre Erlaubnis erteilten.


Ihr Kommentar

Frankreich ehrt Indonesien

Gerard Cros, der französische Botschafter in Indonesien, gab vor einigen Wochen bekannt, daß Pramoedya Ananta Toer (Foto) für Verdienste um die Literatur am 30. Mai mit der Ernennung zum Chevalier des Arts et des Lettres geehrt wird.
Die Ehrung kommt nicht zu früh. Pram, wie der indonesische Schriftsteller hierzulande genannt wird, ist heute fünfundsiebzig Jahre alt. Fast alle vergangenen Regierungen Indonesiens steckten ihn immer mal wieder ins Gefängnis, zuletzt vierzehn Jahre lang das Suharto-Regime, das ihn "kommunistischer Tendenzen" verdächtigte. Obwohl seine Bücher in Indonesien fast alle verboten sind, wurde Pram schon mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagen.


Verirrte Bücherliebe

Zum ersten Mal wurde eine - bis jetzt anonym gehaltene - Online-Buchhandlung das Opfer einer Erpressung. Ein sechsunddreißigjähriger Student an der Colorado State University, hatte der Firma in den Monaten April und Mai 2000 zehn Erpresser-Mails geschickt. Er habe, behauptete er, herausgefunden, wie er kostenlos Bücher downloaden könne, und werde die Methode erst dann mitteilen, wenn man ihm eine Summe im Wert aller Online-Bücher der Firma verschaffe, dazu einen Volvo-Kombi 2001, zwei CD-Spieler und außerdem noch das Recht, auch künftig alles kostenlos herunterzuladen, wonach ihm gerade war.
Als die Firma auf die Forderungen - außer dem Geld - einging, gab er sich als Nelson Robert Holcombe zu erkennen, komplett mit Postadresse - was irgendwie wieder versöhnlich stimmt. Gegen fünfzigtausend Dollar Kaution ist er wieder auf freiem Fuß, aber ihm drohen eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren und hunderttausend Dollar Geldstrafe.


Cervantes war nicht Cervantes

Literarische Verschwörungstheorien sind eigentlich beachtenswert. Irgendeine Wahrheit fördern sie immer zutage.
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, daß Cervantes im "Don Quijote" kein einziges böses Wort über England sagt? Kein Wort über den Haß der Spanier gegen die Engländer - oder umgekehrt? Dabei standen sich die beiden Völker damals in einer äußerst gewaltbereiten Erzfeindschaft gegenüber. Zu verstehen ist dieses Verschweigen nur, wenn man sich den Zeitgenossen Shakespeare anschaut. Dann wird alles ganz klar.
Shakespeare hat Dramen geschrieben: "Hamlet" über Dänemark, "Romeo und Julia" und andere über Italien, "Julius Caesar" über das alte Rom, die Königsdramen über England selbst. Aber ein großes Land Europas fehlt: Spanien. Die Lücke wird jedoch durch den obengenannten Roman gefüllt. Alle diese literarischen Produktionen, die Dramen und der Roman, dienen offenkundig der großen Idee eines mit sich versöhnten Europa. Und das deutet klar darauf hin, daß sie alle von demselben Menschen und zwei Synonymen (mindestens) geschrieben wurden. Und dieser Man war niemand anderer als Francis Bacon.


Kann man vom Internet leben?

Gemeint ist hier nun nicht eine neue dot.com-Welle, sondern der Versuch, sich alles Lebensnotwendige aus dem Internet zu bstellen.
Enrique Piraces hatte nur einen Schlafsack und seinen Computer unterm Arm, als er Anfang Mai ein leerstehendes Haus in Santiago de Chile bezog. Was sonst zu einer Wohnung gehört, einschließlich Bücher und Lebensmittel, will er über das Internet beziehen. Als erstes einen elektrischen Heizapparat.
Der Test ist auf acht Monate angelegt. Sponsoren sind lokale Gewerbe, die auf Werbeeffekte dadurch hoffen, daß die ganze Geschichte - natürlich - im Internet übertragen wird. Und ganz ohne Big Brother scheint es auch nicht zu gehen: Sechzehn Kameras sind in der Wohnung installiert, aber "nicht, um mich zu beobachten", meinte Piraces beim Einzug, "sondern damit andere meine Erfahrungen mit mir teilen können".


Old Economy muß aushelfen

Barnes & Nobles, eine der großen Buchhandelsketten in den USA, hat im ersten Quartal 2000 seine Verluste etwas mindern können - aber nur mit Hilfe der traditionellen Buchläden. Noch vor einem Jahr betrug der Verlust 5,95 Millionen Dollar, in diesem Jahr nur noch 4,14 Millionen.
Die Verluste sind im Internet-Handel der Buchhaldelskette entstanden, und zwar zehn Cents pro Aktie. Die gern als "brick-and-mortar"-Unternehmen verspotteten Buchläden des Unternehmens machten dagegen einen Gewinn von 14 Cents pro Aktie. Nur durch die Saldierung beider kam die leichte Verlustminderung zustande.
Der Gesamtumsatz in diesem Quartal betrug achthundertvierundneunzig Millionen Dollar, eine Steigerung von fünfundzwanzig Prozent gegenüber letztem Jahr.


Autor siegreich

Es hat ein Jahr gedauert, aber jetzt wissen wir's: Ein Pariser Gericht hat dem amerikanischen Autor und Kunsthistoriker Hector Feliciano soeben das Urteil von 1999 bestätigt, demzufolge er die Aussagen in seinem Buch "Das verlorene Museum" nicht zurückziehen muß. Er hatte darin nachgewiesen (siehe Die Gazette 15, Juli 1999), daß der Galerist Georges Wildenstein am Kunstraub der Nazis beteiligt war. Das Gericht stellte fest, die Aussagen seien nicht etwa schlampig recherchiert, sondern ausreichend "nuanciert".
Auf achthundertfünfzigtausend Dollar Schadensersatz geklagt hatten der Sohn und zwei Enkel des Galeristen sowie deren Galerie in New York. Dabei nimmt Georges Wildenstein im Felicianos Buch nur dem Raum einer Episode ein.


Was wir Piraten verdanken

Ein bißchen schon, meint Marcus Rediker, Historiker an der Universität von Pittburgh und Autor des Buches "Between the Devil and the Deep Blue Sea" (schon 1987), zumindest soweit es die Menschen schwarzer Hautfarbe betraf. Wenigstens auf ihren Schiffen hätten Piraten eine Art farbenblinde Demokratie eigeführt, die so fortgeschritten war, daß an meinen könnte, Abraham Lincoln hätte sie nur imitieren müssen.
Allerdings stand dahinter keine großartige Idee sozialer Gerechtigkeit, sondern der schiere Pragmatismus: Gleichberechtigte schwarze Piraten sind nun mal fleißigere, kompetentere Matrosen und Eroberer als Gefangene.
Einer der erfolgreichsten Piraten um 1700 war Laurens de Graf: Auf dem Höhepunkt seiner Karriere befehligte er eine Flotte von zweitausend Mann. Am Ende erhielt er von den Franzosen gar einen offiziellen Pardon und dazu einen Adelstitel. In allen Bücher wird de Graf als groß, blond, blauäugig und weiß beschrieben. In Wahrheit war er ein Schwarzer. Aber der Gedanke eines triumphierenden schwarzen Piraten war vor der Abschaffung der Sklaverei einfach nicht politisch korrekt.





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